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  • AutorenbildMu-un Ra

Atem und Verbindung


Atem und Verbundenheit - Das was wirklich wesentlich ist im Leben

Das Wollen

Manchmal ist mein Wollen so umfangreich und mächtig, dass ich, wenn alles, was ich so will lauter Steine wären, dann könnte ich damit locker ein Hochhaus bauen. Es ist anstrengend, es nervt, es durchlöchert mir die Tage und bestimmt viel und stark meine Tage.

Dabei ist es durchaus nicht immer als Wollen unterwegs. Nein, es nutzt auch andere Wege und Trittbretter. Meine Sehnsüchte, meine Verletzungen, meine Ängste oder meine Zweifel. Die nimmt es eigentlich am Liebsten zu sich, das Wollen. Die Zweifel schmecken dem Wollen am Besten. Sie sind quasi die Kohlehydrate der Ego-Nahrung. Liefern schnell Energie und bleiben ebenso schnell als Ballast im System hängen.

Der Feind ist also ausgemacht und in den Ego-Eso-Spiri-Kreisen auch einer der Top-3 Terroristen auf der Fahndungsliste. Wollen geht gar nicht. Loslassen ist Alles. Leider ist nur das Loslassen wollen.... hihi, erwischt!

Der Moment


Der Moment - zwei Mohnblumen in Verbindung

Nanosekunde 1

Wann immer es mir gelingt, einen Moment jenseits des Wollen und Loslassen wollen, zu sein, ist es, als komme ich über eine Art Wurmloch oder Quatentunnel plötzlich aus dem maximalen Rauschen in die maximale Weite und Stille. Das ist im ersten Moment kein Picknick oder Strand im Sonnenuntergang. Es ist eben erstmal NICHTS und LEER. Zuweilen erschreckend und schockierend.

Nanosekunde 2

Dem folgt sehr häufig dann eine Phase, des ersten Ausatmens, ein tiefes, langes, auch schmerzvolles und Entbehrungen spürendes Ausatmen. Und es atmet einzig und allein "OH JA". und vielleicht noch ein langes und wunderschönes "Puuuhhhhhh".

Nanosekunde 3

Dann folgt eine Phase, wo mir die große und vollständige Sehnsucht nach Einfachheit und Reduktion deutlich wird. Aus "Oh Ja" wird "Oh ja, mehr davon, mehr weniger, mehr Nichts und Leere, bitte hier bleiben dürfen!". Ich möchte in dieser Position, dieser Stille, dieser Reinheit von "So ist es genau richtig und genug" den Rest meines Lebens verharren und verweilen. Es ist diese gnadenvolle Gefühl von "Ich brauche nicht mehr als das". Ich fühle mich vollständig verbunden mit diesem Augenblick und allen Wesen und Dingen.

Was bleibt?







Bin ich eine gute Weile in diesem Raum geblieben und angekommen, dann kann ich die Qualitäten von Strand, Meer, Sonne, Weitsicht, was auch immer es ist genießen lernen und mich dorthin ausdehnen.

Und es erlaubt mir einen Blick zurück auf diesen Übergang und auch die Frage:

Was ist denn dann eigentlich wesentlich?

Die Antwort, die ich immer wieder finde, ist die Überschrift ganz oben.

Atem

Der erwachsene Mensch atmet 12-18 mal in der Minute.

Das sind 900 Atemzüge in der Stunde,

21600 Atemzüge am Tag

648000 Atemzüge im Monat

7,8 Millionen Atemzüge im Jahr

und bei einem Leben von 75 Jahren sind das 5 Milliarden und 913 Millionen Atemzüge im Leben. Hinzukommen noch einige Hunderttausend mehr, weil wir als Kinder schneller und mehr atmen. Wer viel meditiert, darf noch einige abziehen, weil er dann nur 4-6 mal in der Minute atmet ;-)

Wahnsinn, oder? Und die Leistung vollbringt mein Herz und meine Lunge diese 5 Milliarden mal ohne Unterbrechung, ohne Werkstattbesuch oder dass ich irgendwo nachzahlen müsste für die nächsten 20 Millionen Male. Sofern ich allerdings diese genialen Organe und den Körper, in dem sie beheimatet sind, entsprechend pflege und umsorge.

In den Momenten, die ich oben beschrieben habe, wird mir das Geschenk, die Einmaligkeit und die Schönheit dieses Vorganges voll bewusst. In diesem Einen aus den Milliarden ist mein Leben enthalten. Jeder dieser Atemzüge ist ein Leben mit einem Anfang, einem Hoch- oder Umkehrpunkt und einem Ende. Mehr nicht und auch nicht weniger!

Verbindung

Mit dem ersten Atemzug beginnt es:

"Das Verweben"














Das mich einweben in die personale Welt, deren Teil ich nun für vielleicht 5 Milliarden Atemzüge sein werde. Ich knüpfe mich hinein in eine Welt der Wesen und Dinge. Die Wesen und Dinge gehen in Verbindung mit mir und ich mit ihnen.


Meine Eltern, meine Familie, meine Freunde, meine Spielkameraden, meine Mitschüler*innen, meine Kommilitonen, meine Kolleg*innen, meine Partner*innen, eben alle Menschen, denen ich begegne, die mich berühren, wütend machen, anstiften, abschrecken, faszinieren, scharf machen oder für die ich kein Wort finde. Ich erlebe und teile mit ihnen Atemzüge, Gespräche, Geschichten, Phasen, gute oder schlechte Momente und vor Allem das verbunden Sein.

Zugehörigkeit und angenommen fühlen sind für mich eigentlich das Atmen in der Welt der Dinge und Wesen. Ich atme Verbindung und Bezogenheit ein und wieder aus. Ich nehme sie auf und gebe sie ebenso wieder ab. Diese Form der Vernetzung sowie die Wandlung und Entwicklung, die darin möglich ist ein Leben lang, macht mich glücklich und lebendig, so wie das physische Atmen selbst.

Alles Andere im Leben sind dann vermutlich Gadgets. Dinge, die den Rahmen für das Atmen und verbunden Sein gestalten und formen helfen. Ausfüllen, beseelen und mit Leben füllen tun ihn aber diese Beiden:


"Atem und Verbindung"


 

Fotonachweis: (von oben nach unten); 1- Daniele Levis Pelusi (unsplash) || 2 - Sandra Lea Heilmann || 3 - Levi Jones (unsplash) 4 - Freysteinn G. Jonnson (unsplash)

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