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  • AutorenbildMu-un Ra

Wie geht das mit dem Glück?

Ein Zwischenbericht aus einem halben Jahr persönlicher Forschung mit der Frage: Bin ich glücklich?



 

Ausgangslage

Seit einem halben Jahr erforsche ich nun meine Sicht auf das glücklich sein. Ausgangspunkt war die ganz gängige Frage, nämlich „Wie geht es Dir?“. Diese macht mir immer Schwierigkeiten, denn ich weiß es nicht verlässlich, wie sich gut fühlen anfühlt und wann das genau wie stark oder wie gut ist. Daher bin ich immer eher geneigt als Antwort: „Geht so“ bis „Muss ja“ zu geben. Das gefällt mir aber so gar nicht. Mag sein, dass ich als „Glas ist eher halb leer“ Typ damit eben so meine Schwierigkeiten habe 😉


Eben darum habe ich beschlossen diesem Phänomen Befindlichkeit und Glück wie Unglück oder auch den Sorgen als Gegenspieler des Glücks auf die Spur zu kommen. In diesem kleinen Bericht möchte ich davon teilen, was ich bisher gefunden habe.


Die Versuchsanordnung

Wenn ich es im Großen und Ganzen so schwer beantworten kann, dann brechen wir es mal aufs Kleine und wenn möglich messbare herunter. Daraus ist eine Form der meteorologischen morgendlichen Glücks- und Sorgenmessung geworden. Ich befrage mich für den vergangenen Tag, in welchen mir wichtigen Bereichen ich wieviel Glück gespürt habe und gebe dem einfach jeweils eine Punktzahl zwischen 0 und 100. Anschließend Punkte summieren und fertig. Dazu noch ein oder zwei Worte, die die wesentlichen Facetten der Glückserfahrung wieder geben. Ähnlich werden die Sorgen, die zu Beginn eines Tages vorhanden sind in ihren wesentlichen Bereichen erfasst und mit einem gefühlten Wert und einem Wort versehen.

Soweit so gut. Es entsteht (bei mir) eine Tabelle mit Zahlenwerten.



Mein Ziel mit dieser Anordnung ist und war, die Frage: „Wie geht es Dir“ oder „Na, Glück gehabt?“ sicherer und für mich klarer fühlbar zu beantworten.


Meine Werte bestimmen mein Glück?

Um überhaupt einen Punkt zum Starten zu haben, habe ich mich zu Beginn gefragt, welche Werte ich in meinem Leben habe, die das Leben lohnenswert machen, weil ich annehme, dass innerhalb dieser Werte eine Erfüllung, ein Erfolg ja mit Glück etwas zu tun haben könnte. So habe ich mich als Nebeneffekt gleich mal gefragt, welche inneren und äußeren Werte es für mich gibt. Diese Werte sind dann die Rubriken geworden, in denen ich täglich mein Glück erfasse.

Ein Beispiel:

Grundlegend ist für mich Zugehörigkeit und Verbundenheit. Im Außen finde ich dies mit Freunden, Familie und meiner Partnerin. Also schaue ich, ob es in einem dieser drei Bereiche gestern Glück für mich gab. Einer der Drei ist fast immer mit dabei, eben weil ich so gerne in Kontakt mit Menschen bin, die mir nahe sind.


Das große singuläre Glück?



Ja, es gibt die Highlights in meiner voran schreitenden Lebenszeit. Momente, von denen ich auch schon früher gesagt hätte: „Oh, da habe ich mich echt gut gefühlt.“ Aber glücklich? Ein Effekt ist mit dieser Erforschung in jedem Fall schon eingetreten:

Die Scheu vor dem glücklich fühlen riskieren nimmt deutlich ab.

Die wirklichen Peaks, die Tage, wo ich wirklich so richtig knackig glücklich bin, kann ich nun nicht nur spüren, sondern sie auch wertschätzen und feiern. Eben weil ich sie aus dem Rauschen des Alltags und scheinbaren Einerlei extrahiere und mit einer sonnigen Lampe anleuchte. Das Gleiche gilt übrigens für die Sorgen auch. Ja, da sind sie, die Sorgen Peaks dieses Jahres. Hallo Jangs.


Die Summen der kleine Glücke und der Fluch der Wiederholung?



Viel kostbarer in meiner Analyse wirkt aber die Erkenntnis, dass das kleine und noch mehr im Rauschen des Feuers der verrinnenden Zeit versteckte Glück für mich mit dieser Glücks-Lupe sichtbar wird. Die Momente, die gestern fein waren, subtil, zart und doch glückvoll. Das leise und etwas transparentere Glück. Das Glück vor Allem im Wiederkehrenden sogar im Gewohnten. Denn der größte Feind des spürbaren Glückes ist die Wiederholung.


Ein einfaches Beispiel ist die Wahrnehmung des Wetters:

Wenn es das erste Mal seit längerem wieder sonnig ist, dann fühle ich mich glücklich. Ahhh, alles lebt auf und ist wunderbar. Am zweiten und dritten Tag auch noch. Nach einer Woche feiere ich aber das Wetter nicht mehr, obwohl es mir ja immer noch den Tag versüßt.


Das macht natürlich deutlich, dass eben der Kontrast notwendig ist, um die jeweils andere Facette überhaupt wieder wahr zu nehmen. Aber ebenso weist es mich immer wieder darauf hin, die kleinen Hüpfer des Glücks wahr zu nehmen. Dazu braucht es im Wesentlichen folgende hilfreiche Dinge:

  • Innehalten und ausatmen zwischen den vielen Verrichtungen und Dinge, die am Tag so passieren. Dann ist es möglich, das kleine Glück auch zu spüren, direkt, wenn es geschieht. || Hier mal schauen...

  • Am Ende des Tages zurück schauen und die Glückskrumen aufsammeln. Es gibt sie! Und sie im Tagebuch festzuhalten, ein Bild von Ihnen zu malen oder einen Gegenstand als Symbol auf den Esstisch zu legen, das hilft, es nicht so schnell zu vergessen. || Hier mal schauen...

  • Vom kleinen und großen Glück berichten, erzählen. Den Menschen in meiner Nähe teilhaben lassen an den Peaks des Glücks. Das bewirkt, dass sich die Erfahrung in mir verankert und zur Not gibt es auch jemanden, der mich an dies oder jenes Glück erinnert, falls es mal wieder im Rauschen des Alltags untergeht.


Ist weniger mehr oder ist immer Alles da?



Ich würde sagen ja und ja. Das kleine Glück im Feinen wird deutlicher, wenn die Dosis der Dinge sich verringert und es Momente von Anhalten gibt (am Besten mehrmals am Tag). Und zugleich kann auch in einer hohen Dosis an Rauschen und Aktivität ein Bewusstsein von Glück auch wie eine Art Rauschen immer anwesend sein. Dazu braucht es nicht zwangsläufig regelmäßige Messungen. Ich kann aus meiner Forschung für mich feststellen, dass mein grundsätzliches Glücksempfinden zugenommen hat, weil ich den gemessenen Glückswerten von Tag zu Tag mehr traue und sogar eine Zunahme ablesen kann. Ja, ich würde sagen: Aus weniger entsteht mehr… Glück in meinem Leben.


Und die Sorgen? Reduzieren sich von einem gefühlten dauernden Rauschen eher zu Peaks mit gewissen Anlässen, die zum Leben dazu gehören. Auch nicht schlecht!


Und was bringt das glücklich sein?



Mit dem so genauen Hinsehen auf meine Werte und die Erfüllung innerhalb dieses Wertesystems erhalte ich neben der Sicherheit, mich verlässlicher glücklich zu fühlen noch viele wichtige Nebengeschenke:

  • Ich empfinde enorm viel Dankbarkeit für die Glücksmomente.

  • Ich kann nicht nur sagen, dass ich glücklich bin oder war, sondern auch warum und wobei und wann. Meine Glückserinnerungsfähigkeit (was für ein Wort) nimmt dabei auch noch zu.

  • Ich kann durch die viel klarere Wahrnehmung auch mehr von den Glücksdetails teilen und damit andere Menschen auch mit anstecken oder gar inspirieren, auf die Suche nach dem Glück zu gehen.

  • Ich kann gezielter Umgebungsbedingungen schaffen, die Glücksempfinden mit sich bringen können, weil ich meine Werte und die Mechanismen von Glück in meinem Leben jetzt kenne. Sprich: Wenn ich schlecht drauf bin, weiß ich, was ich tun kann, um Chancen auf besser fühlen zu haben.

Ich finde, das sind gute Gründe auf die Suche nach dem Glück zu gehen. Daher hier noch eine 5 Minuten Geschichte über einen erfolgreichen Weg zum Glück. Und auch noch ein Gedicht zum Glück...

 

Fotonachweis: (von oben nach unten); 1 - Kimayoi || 2 - Mu-un Ra || 3 - Mu-un Ra || 4 - Tsering || 5 - Mu-un Ra || 6 - Kimayoi

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