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  • AutorenbildMu-un Ra

Wie geht Welt?

"Wenn Realität die Verzerrung ablegt, entstehen neue und weite Welten."

 







"Glaubst Du, das ist Luft, die Du gerade atmest?

Glaubst Du,

das ist die Welt, die Du gerade siehst?

Glaubst Du,

das ist Zeit, die gerade vergeht?"

 

Mit und ab dem ersten Öffnen der Augen direkt nach der Geburt erleben wir...

 

Realität


Ein für wahr tückischer Begriff. Nach dem ersten Moment des Augen Öffnens dringt über die Augen aber auch alle anderen Sinne etwas zu uns hinein. Wäre ich eine Fliege, eine Spinne oder ein Tapir würde das, was hineindringt in das Gehirn und auch zur Seele zum Teil sehr sehr sehr anders aussehen, sich anhören oder gar riechen.

Der enorme Vorteil der Realität, dessen, was sich manifestiert hat in unserem Gehirn und auch der Seele, ist, dass es mit jedem neuen Augen öffnen einen vertrauten Bezugshorizont wieder herstellt. Das gibt Sicherheit, Reproduzierbarkeit, Wiedererkennung. Die Welt ist quasi unser erster und letzter Fernseher bzw. das nullte Programm gewissermaßen. Immer auf Sendung und mit einem über ein Menschenleben relativ verlässlichen Programm. Allemal mit dem, was unser Gehirn noch alles hinzufügt, damit es erträglicher und komfortabler wird (s. weiter unten).


Falls Du das eben Beschriebene absolut ausreichend und zufriedenstellend empfindest, gibt es keinen Grund weiter zu lesen. Rote Pille einwerfen und weiter geht die wilde Fahrt außerhalb dieses Beitrages.


Falls Du gerne, so wie ich, mehr wissen willst über die Realität hinter der Realität oder ob es da noch etwas Anderes gibt, dann blaue Pille und weiter rein in den Kaninchenbau.

 

Was ich sehe...














Nun, wie schon beschrieben, damit beginnt es und endet es auch. Rein biologisch ist alleine der Sinn unserer Augen relativ begrenzt. Gerade einmal 310-1100 Nanometer (im optimalen Fall großer Helligkeit) ist die Wellenlänge, auf der unsere Augen Licht und Farbe wahrnehmen. Wenn der Optiker mit uns zufrieden ist oder uns hilft, dann können wir innerhalb dieses Bereiches scharf sehen. Wunderbar. Aber ab 100m oder unter 3cm wird es auch schon wieder eng. Das was ich sehe, ist von der Physis her durchaus begrenzt, wie bei allen Spezies.


Aber als Mensch nutze ich von Geburt an mein durchaus nicht klein geratenes Gehirn und seine enorm lernfähigen Zentren, um diese Beschränktheit auszugleichen. Die Frequenzen, Entfernungen und Unschärfen, welche mein Sehen (und ebenso die anderen Sinne) begrenzen, ergänzt mein Gehirn auf einzigartige Weise. Es assoziert einfach Welt hinzu jenseits der Wahrnehmungsbereiche (auf das Besondere dieses Wortes kommen wir gleich noch). Erst mit der Fähigkeit (oder Begrenztheit?) unseres Geistes erschaffen wir weitere Realität, indem wir Worte wie Wahrheit, Vermutung, Annahme oder Vorurteil erschaffen, um unsere Realität quasi zu dehnen. Bei genauerem Hinsehen kann man auch sagen, es ist eher eine Verzerrung.


Aus der Praxis:

Eine der bekanntesten und anerkanntesten Verzerrungsmöglichkeiten im physichen Sinne ist eine Sonnenbrille. Sie dient dazu, das zu Helle abzudunkeln oder einzufärben. So weit so gut, das ist ein Grund. Es bedeutet aber auch, dass wir die Welt gefiltert sehen. Eine gelb getönte Sonnenbrille macht auch den depressivsten Novembertag irgendwie sommerlich. Zugleich erlaubt sie andersherum die verzerrte Wahrnehmung meines Gegenüber (Vermutungen darüber, was ich gerade wirklich sagen will) von mir zu verbieten, da er meine Augen nicht sehen kann. Meine verzerrte Wahrnehmung, ähmm Vermutung, ist ja, dass die meisten Menschen Sonnenbrillen genau deshalb so gerne tragen, um das interpretierende Gehirn des Gegenüber abzuwehren oder aber sich nicht in die eigenen seelischen Karten schauen zu lassen.

Tipp: Falls Du selber Sonnenbrille trägst... Setze Sie ab (auch vom Kopf oben runternehmen, wird eh nur fettig und verzerrt dann noch mehr) sobald Du nicht direkt in die Sonne schaust und erst Recht im November oder am Abend. Wenn Du mutig bist, bitte auch Dein Gegenüber, sie abzusetzen und wünsche Dir, ihn oder sie wirklich anschauen zu dürfen bzw riskiere selber sichtbar, interpretierbar, vermutbar oder berührbar zu sein.


Je mehr ich im Laufe meines Lebens immer wieder die gleichen Dinge zur gleichen Zeit im gleichen Kontext sehe, rieche, höre oder auch berühre, desto mehr Sicherheit, Gewohnheit, Eintönigkeit und Farblosigkeit sickert in mein Leben. Das Gefahrvolle an diesem Umstand ist die Langsamkeit. So wie Bewegung der Sonne nicht zu bemerken ist, so ist auch das immer sich weiter einschleichende Standbild meiner Sinneswahrnehmungen (also des nullten Fernsehkanals) so unmerklich.

 

Was ich für wahr nehme...













Eine erste und enorm wirkungsvolle Filterschicht auf meine Sinneseindrücke ist das, was wir Wahrheit nennen. Das Verrückte dabei ist, dass sobald ich das Wort spreche das Gefühl habe, es betritt ein absolut weiser und kraftvoller Mann den Raum. Mit ihm kehrt Sicherheit, Ordnung und vor allem das Bessere, das Richtige ein. Wahrheit nimmt den einen Teil des dualen Grundübels seit Adam und Eva in den Mittelpunkt. Die Frage nach richtig und falsch. Ein WAHR gibt es nur, wenn es auch ein FALSCH gibt. Und wenn Protagonist und Antagonist im Raum sind, dann ist der Raum voll. Kein Platz mehr für Zustände jenseits dieser Beiden.


"Das glaub ich jetzt nicht"

"Ich glaube ich spinne"

"Das kann doch nicht wahr sein"

...und und und


Werde ich mit etwas konfrontiert, was meiner bisherigen Wahrnehmung und vor allem der Bewertung und Einordnung derselben nicht entspricht, bricht oftmals Panik und Chaos aus, weil alles jenseits der Ordnung, der gewohnten Sinneswahrnehmung Verunsicherung und möglicher Weise in der Folge Veränderung bedeutet.


Was macht eine gute oder schlechte Nachricht wahr?

Der Schlips oder das Kostüm, der weiße Kittel, den die Überbringer*in trägt?

Der öffentlich rechtliche Sender oder der Youtube-Kanal, dem die Nachricht entstammt?

Die belegenden Bilder von schreienden Kindern oder fliehenden Menschen?

Die Tatsache, dass ich die Überbringer*in schon x Jahre kenne?

Meine bereits bestehende Angst vor einem Unglück in diesem Bereich?

Meine eigenen Probleme, die durch die Nachricht etwas in den Hintergrund geraten?

Der gemeinsame Aufschrei meiner Peergroup, meines Landkreises, meines Landes ob dieser Nachricht?

Der Umfang des Artikels, der Recherche?


Das Problem ist hierbei ein eigentlich Unlösbares Phänomen, das sich in folgender Frage wiederfindet:

Gehört der Rand von einem Loch mit zum Loch?

Ist dem so, dann entsteht ein weiterer Rand, der ebenfalls zum Loch gehört und so fort.

Ist dann eigentlich alles Loch?


Wo also hört die Informationsmenge, die zu einer Nachricht gehört auf, damit die Wahrheit, die sich daraus ergibt auch vollständig, bewiesen, erklärt ist? Das, was die Welt der sinnlichen Wahrnehmung so komplex und eigentlich unlösbar macht, ist die Fähigkeit unseres Geistes nahezu unendliche Zusammenhänge herzustellen und so die bisher sichtbare "Wahrheit" um weitere Aspekte zu ergänzen, die sie "wahrer" oder eher "unwahrer" werden lassen.


Das führt direkt zu den nächsten Filterschichten...

 

Was ich erinnere...














Ebenfalls vom Moment des ersten Atemzuges an mache ich Erfahrungen. Ich treffe mit meinen Sinnen und meinem Geist auf eine, meine Form der Realität, nehme sie für wahr und reihe das für wahr genommene in meine Erfahrungen ein. Mit jedem vergehenden Tag wird aus der Erfahrung dann Erinnerung. Dabei ist das Wesen der Erinnerung, dass die erfahrene Realität erneut Verzerrungen erfährt durch die Unschärfe der Erinnerung. Details verschwinden, Zusammenhänge verschwimmen und Emotionen verstärken sich oder schwächen sich ab.


Individuelle Erinnerungen

Sehr verhaftet in der dualen Wahrnehmung der Welt, ordne ich die gesammelten Erfahrungen in die Schubladen gut oder schlecht. Je intensiver eine Erfahrung, desto sicherer wird sie zu einer bleibenden Erinnerung. In dieser Filterschicht der Realität enstehen dann die Helden-, Grusel- oder Liebesgeschichten meiner Erinnerungen, die meine zukünftige Wahrnehmung der Realität stark beeinflussen. Traumatische Erfahrungen im Schlechten wie im Guten sind hier möglich.


Kulturelle Erinnerungen

Anders als noch Mitte des 20ten Jahrhunderts hat das Informationszeitalter die individuelle wie kollektive Verarbeitung von Realität über Erfahrung zu Erinnerung massiv verändert. Man könnte sagen, das Handyfoto ist der Tod der traditionellen Bildung von Legenden und Geschichten. Diese lebte bisher von der mündlichen Überlieferung, quasi der stillen Post. Nun aber gibt es immer einen Beleg für ein Geschehen inkl. Datums- und Zeitstempel. Keine Chancen für Schnörkel und Unschärfen, hinzu Dichtung oder dichterische Aufbauschung. Die Verbreitungsgeschwindigkeit von Belegbildern und den zugehörigen detaillierten Einzelheiten eines Geschehens beschleunigt diesen Prozess noch mehr.


Zum Einen gibt es eine enorme elektronische Streuung von Realität in Form von gestreuter Information (jeder und jede kann Informationen finden über über etwas und alles) und zum Anderen eine eben solche Bündelung von Realität und Information (jeder und jeder kennt die umfassende Zusammenfassung von etwas und allem). Erinnerung und Erfahrung muss und wird nicht mehr individuell gespeichert (in Gehirnen). Lediglich ein Zugriffs-Stichwort auf eine irgendwo gehostete Erfahrung oder Erinnerung muss präsent sein.


Wohlgemerkt. Ich möchte an diesem Punkt keine Bewertung über diese Effekte abgeben. Ich finde sie bemerkenswert und sie scheinen mir eine große Verantwortung für mich als Mensch zu bergen. Menschlich bleiben mit dieser Fülle und Geschwindigkeit von Realität ist eine große Herausforderung für diese und alle kommenden Generationen, weil das Mitgefühl, das Einfühlen und Mitfühlen als ein Akt der Langsamkeit und Feinheit bei dieser Dichte und diesem Tempo leicht ins Hintertreffen gerät.

 

Was ich vermute...














Da die Wahrheit nichts Vollkommenes und jemals Abgeschlossenes sein kann, wird es in einer wahrgenommenen Realität immer Informationslücken geben bedingt durch fehlende Informationen, Unschärfen oder Verzerrungen. Der ideale Kitt für diese Lücken und Schwachpunkte in einer Realität ist hier die Vermutung.


These:

Vermutung hat die Aufgabe etwas mit den Sinnen Aufgenommenes um eine bestimmte Komponente zu erweitern und damit die aktuelle Realität in eine bestimmte gewünschte Richtung zu korrigieren, zum Zwecke des Versicherns oder Trauma Vermeidens oder Wiederholens.


Die Vermutung hilft also, Erfahrungen und Erinnerungen möglichst oft als Schablone auf Realität zu legen, so dass ein vorhersehbares und wenig verunsicherndes Ergebnis herauskommt.


Im Rahmen der Kommunikation zwischen Menschen ist die Vermutung wohl eines der gefährlichsten Bestandteile. Für einen menschlichen und mitfühlenden Umgang miteinander braucht es eine große Achtsamkeit und Aufmerksamkeit, um nicht tatsächliche Wahrnehmung mit vermuteter Wahrnehmung zu verwechseln.


Auf der Spur des Subtext

Hier hilft zunächst mal ein Beispiel, welches die Aspekte von Vermutung und Realität anschaulich macht:


Situation - Fakten:

Ein Paar im Auto. Sie fährt und er ist Beifahrer. Sie fahren auf eine Ampel zu, die seit geraumer Zeit schon grün zeigt. Die Geschwindigkeit ist gleichbleibend. Er sagt: "Da vorne ist grün". Sie sagt: "Hast Du es eilig? Fahre ich mal wieder zu langsam, was?"

Den Fortgang dieser Situation kann ich mir bildlich vorstellen. So etwas endet gerne mal auf Loriotsche Weise in einem handfesten Streit...


In so Vielem, was wir einander sagen, liegt zunächst mal irgendeine Aussage, ein Faktum: "Die Ampel ist grün." Durch das Einander kennen und die Unterschiedlichkeit der Menschen und ihrem Umgang mit der Welt sind wir herausgefordert mit dem Unterschied dem Anders Sein des Gegenüber umzugehen. Ich fahre anders Auto als Du und Du ebenso im Vergleich zu mir. Und alleine die Annahme oder aus der Vergangenheit vielleicht sogar bestätigte Wissen darum, dass der Partner meine Art zu fahren vielleicht nicht teilt, lässt mich in so eine simple Aussage etwas hinein interpretieren. Schaue ich genauer hin ist es aber meistens meine bereits vorhandene Unsicherheit mit mir selbst und meinem so sein.


Vermutungen identifizieren und dann überprüfen ist aus meiner Sicht im Beziehungsalltag das effizienteste Hier-und-Jetzt-Training, das hilft zu ermitteln, was "wirklich" gerade vorliegt oder geschieht. Im Falle des obigen Beispiels wäre ein Satz wie: "Wolltest Du mich über die Farbe des Ampelscheinwerfers informieren oder gibt es in Deinem Satz gerade noch eine andere Botschaft für mich. Dann freue ich mich, wenn Du die kurz benennst." Andernfalls antworte ich: "Ja, grün, ein heute besonders helles grün."


 

Was ich schon vorher weiß...














Wenn Vermutungen sich verfestigen und immer wieder bestätigt werden (ohne nachgefragt zu werden) entsteht über die Zeit die sozusagen verkrustete Form der Vermutung: Das Vorurteil. Mein Partner muss nichts mehr zur Farbe einer Ampel sagen. Ich knalle ihm bereits beim auf die Ampel zufahren ein: "Ja, Ja, Du denkst immer, ich bin bekloppt, oder?"

Kulturell und geschichtlich erwachsen sich aus Realitäts-Schnipseln und über Generationen gepflegten Vermutungen dann Vorurteile und Wertungen über ganze Gruppen und Völker.


Das funktioniert im Kleinen ("Guck mal, wie selbstgefällig Erwin die Geldbörse rausholt. Ja, die Sippe Deiner Mutter konnte ja noch nie mit Geld umgehen") wie im Großen ("Schau mal, wie der da rumlungert. Ja, die Katakolyten sind ja faul wie sonstwas.")


Mit steigendem Alter und innerer Unbeweglichkeit wird das System aus Vermutung und Vorurteil zu einem, vermutlich sogar dem machtvollsten Realitäts-Verzerrer.

 

Was wirklich real ist












 

A) Ursache und Wirkung - Magie vor Statistik

Die Manifestation von Vermutung und Vorurteil ist das Prinzip von Ursache und Wirkung. Es beruht auf Sichtbarkeit, Erklärbarkeit, Vorhersagbarkeit, Statistik und auch jeglicher Naturwissenschaft. Dieses Prinzip erleichtert und versichert das Leben im Sinne der fortwährenden Wiederholung der beliebtesten Soaps des nullten Fernsehkanals.


Ich plädiere an dieser Stelle für die Gegenkraft: Die Magie. Dinge, die ich nicht erklären kann, die Gelehrte nicht erklären können, sind auf ihre Art in der zu Ende erklärten zivilisierten Gesellschaft die letzten Bastionen der Freiheit. Die Houdinis, Schamanen und Mentalisten in diesem Sinne Freiheitskämpfer. Viel näher an Deinem und meinem Alltag und völlig anerkannt und oft genau darum beneidet sind die Kinder. Sie strahlen, staunen, rätseln bejubeln die Dinge, die magisch sind, nicht verstehbar.


Lasst uns mit ihnen auf dem Hosenboden sitzen und zusehen, wie die Geheimnisse dieser Welt sich entfalten. Und dabei geht es nicht darum, das Wissen und den Geist zu verteufeln. Nein, vielmehr ist das friedvolle und inspirierende Nebeneinander von Geist und Mystik, von Verstand und Emotion aus meiner Sicht das, was den Menschen der Zukunft ausmacht.


 

B) Dualität - von NICHTS und ALLES gesprengt

Eine wesentliche Eigenart des zivilisierten und aufgeklärten Geistes ist, dass in Verbindung von verzerrter Wahrnehmung, festgesetzten Erfahrungen mit Vermutung und Vorurteil angereichert eine jede Frage gerne und genau eine richtige und eine falsche Antwort hat.

Auch wenn trefflich und ausgiebig Meinungen ausgetauscht werden, so ist der rationale Standpunkt doch gerne und frühzeitig festgefügt und unbeirrbar. Das ist Übrigen der Grund warum Fernsehdiskussionen so langweilig sind, wie das Beobachten einer Waschmaschine. Die Wäsche fällt links herum von oben nach unten und nach 3 Minuten tut sie es umgekehrt.


Folgt man z.b. der Quantentheorie, so gibt es unendlich viele parallel liegende und laufende Realitäten, in denen auf die gleiche Frage ganz unterschiedliche Antworten Gültigkeit haben. All diese Realitäten ggf. total gegenteiliger Form des gleichen Momentes existieren gleichzeitig. Naturvölker trauen Orakeln und Weissagungen oder beobachten Flug von Vögeln und lassen dies auch in die Bildung von "Meinung" und Findung von Entscheidungen einfließen.


Die Dualität von zwei Gegensätzen, zu denen man lediglich eine Position finden muss (Die Richtige natürlich) ist eine enorm beengte oder auch verzerrte Sicht. Sie geht aus von einer Gegenwart, die immer die maximale Ausdehnung von Wissen und Erfahrung darstellt und auf Grund derer eine Entscheidung nur richtig oder falsch sein kann. Dabei wird die Kraft der unendlichen Möglichkeiten und auch die Leere der Gegenwart total vernachlässigt.


Insofern plädiere ich an der Stelle für die unendliche Möglichkeit, die alle existieren können und ihren Chique und Charme besitzen, auch wenn ich oder überhaupt ein Mensch darin vorkommen. Und lade gleichsam die Leser*in ein im nächsten Moment Deines Lebens genau diese Vielfalt und Möglichkeit, das schlichte ALLES zu gestatten.


Und ich plädiere ebenso für die Leere des Augenblicks, der jenseits aller Möglichkeiten auch das NICHTS als eine eben solche Möglichkeit feiert und erlaubt.


 

C) Entscheidung - mit Bauch, Herz, Geist und Ahnung

Wenn alles gleichzeitig existiert, ist jede Entscheidung bereits getroffen. Auch nicht schlecht. Das Wesentliche an Entscheidung ist sowieso nur zur Hälfte, sie auch getroffen zu haben. Die andere Hälfte ist das Verstehen der Entscheidung. Und das passiert ggf. und kurioser Weise gut und gerne mal 20 Jahre später oder wenn man gut aufpasst auch 10 Jahre früher.


Entscheidungen sind vermutlich die komplexesten menschlichen Konstrukte. Wir verbinden sie (durch jahrzehnte langes Erziehungs-Verzerrungs-Training) sofort mit einem wachen und scharfen Verstand. Leider kann der Verstand zwar enorm gut mit der Vergangenheit in Kontakt gehen, aber mal so gar nicht mit der Gegenwart oder gar der Zukunft. Hier werden die Sinne gebraucht, das Herz oder der Bauch, Hort des sechsten Sinnes. Und ebenso das Spüren und Hinfühlen, das Lesen von Zeichen oder Hinweisen, die im Wind in dem oder jenem Baum verborgen sind.


Erst wenn in allen drei Zeitebenen trefflich gelesen ist, entsteht vielleicht ein Gebilde, was eine Art umfassende Entscheidung ermöglicht.


Totaler Quatsch, jetzt spinnt der Autor hier aber komplett?

Nun ja, eine Fliege würde wohl eine Teekanne auch nicht als solche wahrnehmen sondern von diesem Dings da einen Geruchs-Schwinger bekommen oder evtl heißt bei Ihr das Ding dort auch Zuckerdose.

 

Wie mit alledem gut und lustvoll leben?














Ganz einfach:

  • Die mit Löffeln gefressene Wahrheit peu a peu wieder ausleiten

  • Meditieren, um in der Stille des Momentes abzuschalten

  • Die Magie der Musik in einem Live-Konzert intravenös aufnehmen

  • Sonnenbrillen im Sommer meiden und stattdessen an unmöglichen Orten als eine Art bewusstseinserweiternde Droge aufsetzen

  • Bei Vermutungs-Zucken nach Aussagen Deines Gegenüber sofort nach etwaigen Subtexten nachfragen. Man kann sich entweder total amüsieren oder trefflich in Streit, ähh Nähe, geraten.

  • Erinnerungen intensiv erleben und genießen, aber nicht als Flanke in das Heute verlängern.

  • Auf dem Rücken im Gras liegen und die unmöglichsten Dinge in den Wolken sehen

  • Coole Zaubertricks sehen und trainieren, einfach nur begeistert zu sein, ohne wissen zu wollen, wie er oder sie das denn nun gemacht hat.

  • Eine ewige Liste aller Vorurteile machen, die so in Dir drin sind und als Bonus nicht dafür schämen sondern nachsichtig mit Dir sein.

  • to be continued....



 

Fotonachweis: (von oben nach unten); 1- Jon Thyson (unsplash) || 2 - Sharon McCutcheon (unsplash) || 3 - Mu-un Ra

4 - Keren Fedida (unsplash) || 5 - Kimayoi || 6 - Ehimetalor Akhere Unuabona (unsplash)

7 - Ant-Man (Ausschnitt)

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